Donnerstag, 23. Februar 2012 04:32 Uhr
   

Wir über uns

 

Conny
Jg. 61, 2 Söhne, geschieden,
Angestellte einer Hochschule

 

Ich bin geborene Meißnerin und begeisterte Dresdnerin - hier aufgewachsen und, mit einem kurzen Intermezzo im Brandenburgischen, auch hier lebend. Mein Lebenslauf ist bis heute relativ folgerichtig: 10 Jahre Schule, 2 Jahre Berufsausbildung und seitdem nur durch 2 "Babyjahre" unterbrochene Berufstätigkeit. Seit über  30 Jahren arbeite ich im gleichen Haus - damit fühle ich mich so langsam als Exotin. Die "Datenverarbeitung" war nie mein Wunschberuf, doch den Umgang mit Studierenden mag ich nach wie vor.
Mein privates Leben war viele Jahre von der Suche nach "dem" Mann bestimmt, denn ich hatte eine Vorstellung von Familie, die ich umsetzen wollte. Das, was wirklich davon gut wurde sind meine 2 Söhne, die ich nach einer kurzen Beziehung und Ehe mit ihrem Vater ab 1990 vorwiegend allein (ja, auch sie hatten und haben eine immer hlilfsbereite Oma...) erzog und die nun ohne mütterliche Besserwisserei versuchen, erwachsen zu leben. Ich habe ein gutes Gefühl dabei.
Und auch ich emanzipiere mich, vor allem seit ich Karin kenne, in mein erwachsenes Leben. Das ist spannend!

Karin
Jg. 56, 2 Söhne, geschieden, 3 EnkelInnen
Maschinenbauzeichnerin, Diplomingenieurin, Wirtschaftsingenieurin, Erwachsenenbildnerin, Fachfrau für emanzipatorische Frauenprojektarbeit,
zur Zeit als staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin im Schweizer Arbeitsexil

 

ich wurde 1956 in der DDR geboren und habe nach meinem maschinenbaustudium geheiratet. 13 jahre später war diese ehe beendet. während dieser gebar ich 1979 und 1982 zwei jungs, die nach der trennung, mit kontakt zu ihrem vater, bei mir aufwuchsen.
neben verschiedenen anderen aus- und weiterbildungen habe ich mit mitte 40 in vollzeit eine umschulung zur heilerziehungspflegerin abgeschlossen. im folgenden bewarb ich mich in dem bereich. andere, auch politisch und parteilich sehr interessante tätigkeiten brachten mich weiter, aber nicht in eine bezahlte arbeit. kurz bevor mir die umschulung aberkannt worden wäre, bin ich der arbeit nach und in die schweiz gegangen. in dieser entscheidung wurde ich sehr von meiner freundin, meiner familie und meinem freundinnenkreis unterstützt, die mich so bis heute „tragen“.

Wie steht ihr zueinander und warum habt ihr diese Webseite aktiviert? 

 Karin ist "die Meine" - meine Liebste, meine Vertraute, meine Partnerin, Mit-Denkerin, Anregerin, ...

Ich merke immer wieder, daß ich bzw. wir, unser Miteinander-Leben, unsere An-Sichten andere Menschen anregen, Kontakte und Freundschaften entstehen lassen. Diese Seite(n) möchte ich der Kontaktpflege zu diesen Menschen widmen.

Vieles treibt mich auch im (politischen) Denken um. Ich entdecke Interessantes im Netz, das ich weitergeben möchte. Deshalb gibt es hier auch einen Weblog - sozusagen als weiterer Knoten in einem alternativen Informations- und Denknetz.

Conny ist mir freundin, vertraute, gefährtin... kurz: meine liebste :)

wir haben nach einem gemeinsamen projekt gesucht, das wir während einer zeitspanne (und ev. auch danach) unserer fernbeziehung betreuen und entwickeln können.
und was mir immer wichtig ist: vielleicht können wir so ein knotenpunkt in einem weit gespannten netz werden. ein möglichst lebendiges und in teilen ins reale leben auftauchendes netz...

  Wann und wie war euer CO?

 Rückblickend denk ich, ich hätte "es" schon als Teenie wissen können...
Als 16-jährige Berufsschülerin spazierte ich mit meiner Freundin Gabi über den Postplatz und meinte: "Also weeßte, isch denk isch bin lesbisch." Nee," sagt sie darauf, "du bist normal!". OK, mach ich eben "normal" weiter: mit den merkwürdigsten Resultaten ´nen Mann suchen (weil ich doch 2 Söhne wollte...) und unverständliche Gefühls-Chaosse bei dieser oder jener Frau. Anfang der 90er Jahre, als ich einmal Ev vom grad aktuellen Chaos erzählte, sagte die nur: "Das ist Liebe.". Es folgte die theoretische Bearbeitung. Coming-Out-Gruppe im Frauenzentrum, Bücher lesen, mit Freundinnen palavern, Kontakte suchen, immer mal bissl verliebt sein ohne es "ihr" zu sagen... Dann eine Müttergenesungskur ;-), eine Frau (verheiratet, 3 Kinder...), ein Jahr Fernbeziehungseuphorie - mit jähem Absturz. Doch nun "wußte" ich auch "praktisch", mein Leben startete neu!

nachdem ich einige jahre ohne (sexuelle) beziehung, aber ansonsten sehr engagiert,  gelebt hatte, gab es im sommer 1999 umstände die meinen gefühlshorizont jäh erweiterten. es war befreiend mich plötzlich ganz und richtig wahrzunehmen. und eins und eins und eins wurden ein ganzes...
die anfängliche euphorie wurde bald von unsicherheit und ängsten gedämpft. weitere jahre vergingen bevor ich begann mich aktiv umzusehen, mich meinen kindern und meinen eltern gegenüber zu öffnen.
und co-situationen gibt es ja immerwieder mal... :)

  Wie habt ihr euch kennengelernt?

 Eine gemeinsame gute Bekannte erzählte mir über Jahre hinweg von einer, die ich "unbedingt mal kennenlernen" müsse. Die Gelegenheit ergab sich bei der Silvesterparty 2003, sie zerrte mich die Treppe hinunter zum Partykeller und Karin mich, nachdem wir einander vorgestellt waren, neben sich auf die Bank. Irgendwie gabs auch einen ersten Tanz. Den Rest der Fete verbrachte ich essend, trinkend und Gläser polierend an der Bar... Dann kämpfte ich 2 Wochen mit meiner Scheu vor Entscheidungen ehe ich mir sagte "Kümmer dich, tu was; wenn du nix tust wird auch diese tolle Frau dir wieder durch die Lappen gehn!". Einige Mails gingen hin und her, am 21. Januar trafen wir uns zum Frühstücken, einige Tage später bei einer Veranstaltung und Anfang Februar folgte der erste Besuch bei ihr. Meine Söhne reagierten auf die Ankündigung gelegentlicher nächtlicher Abwesenheiten ihrer Mutter gelassen, meine Mutter sehr viel weniger. Aber das ist eine andere Geschichte... nach einem gefühlsmäßig sehr turbulentem jahr 2003 beschloss ich zu silvester: jetzt ist’s gut! mindestens 1 jahr auszeit! und dann werd ich weitersehen. eine mich faszinierende frau kam zu der silvesterparty die treppe herunter... und ich dachte: die party ist gerettet. noch hielt ich an meinem vorsatz fest. zwei wochen später eine mail von einer gemeinsamen bekannten... und das schicksal nahm seinen lauf. oder ihren? neugier, skepsis, wachsende anziehung und die frage :was spricht denn dagegen?, waren anfänglich wechselnde gefühlserscheinungen.

  Wie gestaltet ihr eure (Fern)Beziehung?

 Für mich war und ist es unverständlich, daß Karin, eine Frau mit so wertvollen Talenten, Fähigkeiten und Begabungen in der Heimat keine angemessene (vor allem auch entprechend entlohnte) Arbeit bekommt. Im Zusammenleben mit ihr erlebte ich, wie diskriminierend und vor allem menschlich fragwürdig die neue Sozialgesetzgebung (auch Hartz IV genannt...) sein kann. Deshalb habe ich sie unterstützt, als von einer Bekannten der Vorschlag kam, es doch mal "bei uns in der Schweiz" zu versuchen.
Die Zeit der Fernbeziehung hat uns bisher nicht zu innerer Entfernung geführt - eher zum Gegenteil. Nach jedem Miteinander wird der Abschied schwerer, doch Trübsal bekommt deshalb wenig Raum. Wir telefonieren, simsen, mailen - und das durchaus mehrmals am Tag. Ich "weiß" ihre Nähe, unsere All-Tage sind einander vertraut, wir können auch am Telefon miteinander lachen oder per sms zärtlich sein...
Ich muß nicht "klammern", mein Alltag ist auch so erfüllt mit dem Job und den Menschen meiner Familie.

nach knapp zwei jahren ging ich nach gemeinsamer entscheidung und wegen einer bezahlten(!) arbeit in die schweiz. seit dem sehen wir uns 1 bis 2 mal pro monat für 4, 5 oder 6 tage und im urlaub. wenn es mal 5 wochen werden, in denen wir uns nicht sehen, ist es schon echt hart. das einkommen hat einen hohen preis. aber nach so vielen jahren überwiegender abhängigkeit von arbeitsamt hatte ich genug davon und keinerlei reserven mehr. und es ist schön, eigene, erworbene, sonst brachliegende kompetenzen einsetzen zu können und sie gewürdigt zu bekommen.
wir versuchen unseren jeweiligen altag erfüllt zu gestalten und in unserer gemeinsamen zeit erlebnisse, erfahrungen,... zu teilen. uns verbinden viele interessensgebiete, die immer wieder für gesprächsstoff und auseinandersetzungen sorgen.

 Was ist euch dabei wichtig? 

 Liebe. Miteinander. Wach- und Wahrheit. Kommunikation. Respekt.

Oder, um es mit Worten Anderer auszudrücken:
"Mach keine Übergriffe!
Entscheide nicht für andere!"
(Luisa Francia)
"Das größte Glück ist ein nicht opportunistisches, nicht erpeßbares Dasein, in dem man liebt und geliebt wird."
(André Heller)

wir bemühen uns um fairen, ehrlichen, wertschätzenden umgang miteinander und um eine klare kommunikation.

  Wie ladet ihr eure Batterien auf?

Schlafen, lesen, kochen, essen...
Ausreichend schlafen ist lebenswichtig. Mein Körper sagt mir, wieviel Erholung er braucht und ich versuche, dem nachzugeben. Wie wichtig das ist lernte ich vor Jahren, als ich wegen Übermüdung und Streß ein Auto kaputtfuhr...
Lesen bildet, läßt mich in Welten gelangen, die ich vielleicht dann sogar "in echt" kennelerne. Auf meinem Nachttisch liegen immer mehrere Bücher, in und aus denen ich je nach Verfassung (vor)lese. Die Inhalte reichen von feministischer Theologie und Philosophie bis zur geschmökerten Schnulze - alles hat seine Zeit. Karin bezeichnet mich gern als buchstabensüchtig... ;-)
Kreatives Kochen und genußvolles Essen hält nicht nur den Leib sondern auch meine Seele zusammen - vor allem, wenn noch FreunInnen mitgenießen.

ich hatte in der schweiz das glück bei einer wirklich netten vermieterin ein zimmer zu bekommen. das habe ich mir freundlich und heimelig eingerichtet und bei der gemeinde einen kleinen garten gepachtet. dort wachsen meine kräuter, blumen und gemüse. über den feldern segeln viele milane, im bach ist manchmal ein reiher zu beobachten, verschiedene vögel singen, der wind trägt gedanken und sonnenstrahlen streicheln die haut... da, mit den händen in der erde und den vielfälltigen düften in der nase, schöpfe ich kraft.
meine arbeit finde ich sinnvoll, fühle mich gefordert und meine fähigkeiten gefragt. im team bin ich integriert.
und wenn ich nach hause fahren kann bin ich happy! ich sehe Conny, meine söhne, schwiegertöchter und enkelkinder, meine eltern und freundinnen. die zeit ist immer zu schnell um.

  
   
   

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Publiziert am: Samstag, 02. Februar 2008 (2450 mal gelesen)
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